Die Kirche nicht im Dorf lassen – lückenlose Aufklärung von Missbrauchsfällen

Der Landesverband hat beschlossen, dass eine lückenlose Aufklärung über die sexuellen Missbrauchsfälle der katholischen Kirche durch den Rechtsstaat erfolgen muss.

Laut MHG-Studie (Konsortium von Wisschenschaftlern der Universitäten Mannheim, Heidelberg und Gießen) haben 1670 Kleriker mindestens 3677 Minderjährige (50% unter 13 Jahre) mindestens einmal sexuell missbraucht und/oder vergewaltigt. Die Akten, die untersucht wurden, wurden von den 27 Diözesen in Deutschland selbst rausgesucht und teils massiv geschwärzt. Demnach läge die Dunkelziffer bei ca. 100000 Kindern zwischen 1949 und 2014. In vielen Fällen wurden die Kleriker sogar ohne weitere Bemerkung in andere Diözesen versetzt und konnten ungestört weitermachen.

Zitat aus dem Bericht: „Es gibt keinen Anlass zur Annahme, dass es sich beim sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch die Kleriker der katholischen Kirche um eine in der Vergangenheit abgeschlossene und mittlerweile überwundene Thematik handelt.“

Wir fordern einen Untersuchungsausschuss und die Beschlagnahmung aller Dokumente, die der Aufklärung der Fälle dienen, um zumindest noch nicht verjährte Fälle vor Gericht zu bringen und noch viel wichtiger mögliche zukünftige Missbrauchsfälle zu verhindern. Der Rechtsstaat darf vor keiner Institution kapitulieren.