Bis zum Ende des Kammerzwangs: Chefgehälter in Niedersachsen offenlegen

Die Jungen Liberalen Niedersachsen fordern die Aufhebung der Pflichtmitgliedschaft in den Kammern des Handwerks, der Industrie und des Handels. Der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Niedersachsen, Lars Alt erklärt dazu: „Die Kammern könnten insbesondere ihre politische Vertretung im Rahmen freiwilliger Zusammenschlüsse organisieren. Bis dahin müssen die Körperschaften öffentlichen Rechts jedoch zumindest ein Höchstmaß an Transparenz gewähren. Das gilt insbesondere für die Gehälter der Leitungsebene. Die Mitgliedsunternehmen sollen wissen dürfen, wie die Kammer, in der sie Mitglied sein müssen, ihre Hauptgeschäftsführer entlohnt.“ Einzelne Kammern hätten vorgemacht, wie es ginge. Zuletzt hatte die Handelskammer in Hamburg das Salär ihres Hauptgeschäftsführers publik gemacht.

„Es ist verwunderlich, dass die Mitgliedsunternehmen dieses Mindestmaß an Transparenz bisher nicht viel offener eingefordert hätten, etwa in den ehrenamtlichen Gremien der Kammern. Gehälter sagen viel über Verantwortungsumfang und Verhältnismäßigkeit aus. Mit der Offenlegung könnten manches Vorurteil und manche Spekulation mit einem Handstreich beendet werden“, argumentiert Alt. Diese Chance sollten die Kammern im eigenen Interesse nutzen, ehe der Druck der Mitglieder und Mitarbeiter steige oder der Vorschlag mehrerer Länder, Transparenz per Gesetz zu verordnen, Realität werde.

„Veränderungen aus eigenem Antrieb sind immer besser als gesetzliche Vorschriften“, erklärt der Landesvorsitzende des FDP-Jugendverbandes. Die Jungen Liberalen Niedersachsen würden ein entsprechendes Gesetz zwar ablehnen, die politische Konkurrenz sei dafür jedoch teilweise deutlich empfänglicher.

Lars Alt, Landesvorsitzender
Lars Alt, Landesvorsitzender

Wenig hilfreich sei es, wenn die Kammern nur die Summen von Hauptgeschäftsführergehältern je Bundesland oder der gesamten Geschäftsführung addiert veröffentlichten. „Es ist eine Transparenzoffensive gefragt, die ihren Namen verdient und die die Kammern zurecht umgekehrt auch von der Politik erwarten. So teilen wir Jungen Liberalen die Forderung nach einem Informationsfreiheitsgesetz für Niedersachsen“, so Alt abschließend.