Schünemann will Islamkonferenz weiterhin instrumentalisieren

Bild: © Angela Parszyk / PIXELIO
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Osnabrück. Die wiederholte Forderung des niedersächsischen Innenministers, Uwe Schünemann, die Verteilung von Millionen Koran-Exemplaren durch Salafisten auf die Tagesordnung der Islamkonferenz zu setzen, stößt bei den Jungen Liberalen Niedersachsen nach wie vor auf Unverständnis. Der Landesvorsitzende der JuLis, Oliver Olpen, erneuert seine Kritik:

„Uwe Schünemann möchte die Islamkonferenz als Anführer eines Bündnisses gegen den Salafismus instrumentalisieren und zeigt damit ein verzerrtes Bild des Islams in Deutschland, dass nicht der Realität entspricht. Themen wie Extremismus und Sicherheit müssen in der Islamkonferenz angesprochen werden. Sie dürfen aber nicht die einzigen Themen sein. Die Aufgabe der Islamkonferenz ist es nicht, sich permanent mit einer islamischen Minderheit zu befassen. Es leben 4 Millionen Muslime in Deutschland. Mit der Dauerpräsenz der Extremismusthematik wird aber einer kleinen Minderheit eine Gewichtung verliehen, die die Realität verzerrt – auf Kosten der berechtigten Belange der Mehrheit.

Die Herausforderung, auf extremistische und radikale Bedrohungen zu reagieren, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Fraglich finden wir zudem das Menschenbild, das Herr Schünemann hier suggeriert. Er spricht davon verhindern zu müssen, dass junge Menschen in die „Fänge einer Sekte geraten“. In einer freien und toleranten Gesellschaft setzen wir zuerst auf den aufgeklärten Menschen, der selbstbewusst auch auf das Werben von Sekten reagiert. Hier wird aber der Eindruck erweckt, dass junge Muslime dauerhaft unter Radikalisierungsverdacht stehen.

Wir fordern Herrn Schünemann auf, diesen Eindruck zu zerschlagen. Wenn radikale und extreme Bewegungen unser Grundgesetz bedrohen, sind wir alle aufgefordert dem entgegenzutreten – nicht nur einzelne Gruppen oder Religionsgemeinschaften. Das Auftreten des Ministers in den letzten Tagen hinterließ aber einen anderen Eindruck.“, schließt Olpen.