Obama und der Liberalismus

Amerika hat gewählt – und deutlich gerufen: „yes, we can!“. Barack Obamas Sieg ist dabei in nicht unerheblichem Maße auf seine Fähigkeit zurückzuführen, die Massen zu begeistern. Inhaltsleerer Populismus? Nicht unbedingt. Auch die „liberal movement“-Kampagne beruht zu einem Großteil auf den Instrumenten modernen Marketings – von der Schaffung von Wiedererkennungswett durch konsequent umgesetzte Corporate Identity bis zu Web 2.0. Für genaueres möchte ich an dieser Stelle jedoch auf den entsprechenden Artikel von Matthias Seestern-Pauly im nächsten „freistil“, dem Mitgliedermagazin der niedersächsischem JuLis verweisen.
Ich möchte diese Schnittmenge zwischen der „Change we can believe in“-Kampagne mit unserem Projekt liberal movement vielmehr als Anknüpfungspunkt dafür nutzen, kritisch zu hinterfragen, inwieweit Obama ein liberaler Präsident sein kann und wird. Bemerkenswert ist dabei, dass die Demokratische Partei und ihre Vertreter häufig pauschal als liberal bezeichnet werden, dabei jedoch leider häufig vergessen wird, dass Amerikaner und Europäer völlig unterschiedliche Definitionen von Liberalismus vertreten. So gelten hierzulande als klassisch sozialdemokratisch wahrgenommene Positionen wie die Einschränkung freien Handels oder eine staatliche Gesundheitsvorsorge in den USA als liberal. Und wenn Barack Obama dann noch als linksliberal gilt, bleibt genau zu beobachten, wie sich sein Konzept des Wandels genau darstellt.

Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass Amerika eine Chance hat, sich von den negativem Folgen der Bush-Doktrin zu befreien. Und noch eins kann uns Liberale kurz vorm Superwahljahr 2009 hoffen lassen: Die Wahlbeteiligung in Amerika ist die höchste seit mehreren Jahrzehnten – und das ganz klar auf Grund eines wahlkampfs, der die Gefühle der Menschen ansprach. Auf Grund der gleichen Idee, auf der auch das Projekt liberal movement beruht.